Ein Brief an Euch.

Bildschirmfoto 2016-02-14 um 10.09.44

Hey 10c.

und endlich schreibe ich euch mal einen Brief. Wie geht es denn so?

Wenn ich jetzt zu Hause wäre würde es sich wahrscheinlich erst wie Ende November anfühlen. So stelle ich mir es zumindest vor. Als würde ich an die Vergangenheit schreiben.

Die Zeit verging hier am Anfang so schnell, dass man sie vergessen hat und schon ist das halbe Jahr rum. Jetzt ist alles ein bisschen langsamer geworden und manchmal fühlt es sich so an als wäre es Zeit nach Hause zu kommen.

Aber endlich melde ich mich nun auch mal. Ich hätte niemals gedacht dass ich Folgendes sagen werde, aber ich vermisse unsere Schule. Unsere deutsche Schule. Mit allerlei verschiedenen Fächern, unterschiedlich langen Tagen und mit mehr, viel mehr Freiheit. Mit Flexibilität und aber leider ohne Schließfächer oder Grüppchen beim lunch. Ach, hört auf eure Köpfe zu schütteln, ihr habt ja noch nie was von “Tardie-Pässen” gehört…

So wie ich Abwechslung brauche, so ist mir dieses wunderschöne Jahr, welches lange noch nicht vorbei ist, hier in Amerika zu Gute gekommen. Um zu verstehen dass man nicht immer rennen muss, zu Hause ist es doch am Schönsten. Um zu sehen dass unser Schulsystem klasse ist und uns fordert mehr zu tun, besser zu werden. Zu realisieren dass Familie doch am wichtigsten und meine die Allerbeste ist. Um mir über einiges klarer zu werden.

Klar, dieser Brief trieft nur so vor Sehnsucht aber ich kann euch gar nicht erzählen wie gut es mir geht und wie ich am liebsten doch nie wieder von hier weg will, während ich zwiegespaltener Weise im gleichen Moment euch sofort alle wieder in meine Arme schließen und 3 Minuten Trampolin springen für 1 Euro will. Gleich fünf mal.  Ich habe schon so viel erlebt, bin gewachsen, über meine Grenzen hinaus gegangen, Sachen gemacht von denen ich niemals geträumt hätte, wunderschöne Menschen kennengelernt und so viel Spaß gehabt, dass es gar nicht in meinen Wortschatz passt.

Es ist doch schon ganz komisch. Während ich hier sitze, am anderen Ende der Welt, endlich ist mein Traum wahr, fühlt man sich doch schon so ganz anders. Wenn ich darüber nach denke dass ich meine Eltern, meine Schwester, Teddy, und euch alle seit sechs Monaten nicht gesehen habe, dass hört sich ganz anders an als es sich anfühlt.

Ein bisschen Angst habe ich ja schon, vor bevorstehenden Track-Meets. Und Vorfreude, bald kommt die kleine Adalyn. Und Neugierde, was mir noch alles bevorsteht mit den wunderbaren Menschen die ich kennen gelernt habe.

Ich hoffe es geht euch gut. Jetzt da Fastnacht vorbei ist dürft ja alles wieder etwas ruhiger sein.

Fühlt euch ganz doll gedrückt.

Eure Sophie.

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